Baumbergs neues Wahrzeichen: Die „Zimmermann-Türme! Realität oder Kunstwerk?

Jahrhundertelang galt die Katholische Kirche Sankt Dionysiums als das weithin bekannte Wahrzeichen von Baumberg, abgebildet auf Hunderten von Fotos und Karten.

Hat die Stadt Monheim auf dieses Wahrzeichen jetzt einen unerwarteten, kaum zu glaubenden „Generalangriff“ gestartet?

Schon von weithinzu sehen: Zwei riesige Silos auf dem Gelände der Städtischen Betriebe direkt und unmittelbar an der Robert-Bosch-Straße in Baumberg. Die Silos sind 25 Meter (!) hoch und haben ein Fassungsvermögen von 200 Kubikmetern. Gefüllt werden sie mit Salz.

Unübersehbar, einfach grauenhaft und protzig. An anderer Stelle, bei anderen Projekten lässt die Stadt teure Gutachten zur Optimierung der örtlichen Gegebenheiten anfertigen und hier werden die wirklich hässlichen Salzsilos ohne Überlegung einfach in „die Landschaft“ gezimmert.

Wahrscheinlich ist bei diesem Thema noch nicht einmal böse Absicht zu unterstellen. Man hat die „Dinger“ wohl bestellt, ohne sich Gedanken über die Optik zu machen. Rein funktional nicht zu kritisieren, jedoch aus Sicht der Bevölkerung einfach schlimm!

Man hätte sicherlich auch drei oder vier Silos nehmen können und die Teile wäre dann nur halb so hoch. Man hätte sie auch auf dem Grundstück anders platzieren können, damit sie nicht zu unmittelbar auffallen. Und und und! Alles wäre besser gewesen.

Oder aber handelt es sich hierbei um ein neues Kunstwerk der Stadt Monheim, das halt nur einfach mit Salz gefüllt wird? Und keiner hat’s erkannt! Zumindest der Anschaffungspreis von 200.000 Euro liegt ja zahlmäßig eher am unteren Ende, was in letzter Zeit für andere Kunstwerke bezahlt worden ist.

Oder aber handelt es sich hierbei um die neuen Zimmermann-Türme, weithin sichtbar, in Eisen gegossen und die Potentiale des Bürgermeisters richtig herausstellend?

Oder aber will man mit den Zwillingstürmen in Malaysia gleichziehen und damit die Internationalität Monheims herausstellen? Dann sollte man sie die „Zimmerman Twin Towers“ nennen. Gott sei Dank haben sie noch nicht die Höhe der Türme des Kölner Doms erreicht. Aber was noch nicht, kann ja noch werden.

Natürlich haben wir auch den Fachbereich Bauwesen nach seiner Meinung gefragt. Hier ist sie: „Hinter der Einrichtung der Salzsilos steht ein umfangreicher Abwägungsprozess, in den neben den betrieblichen Anforderungen (Volumen, Nutzungsfrequenz, Anfahrmöglichkeit, Beschickung, Umweltbelange, etc) auch die vorhandenen räumlichen Rahmenbedingungen (Flächenverfügbarkeit, Bebauung, etc.) eingeflossen sind. Grundsätzlich sind die Silos der sichtbare Beleg dafür, dass sich die Stadt Monheim in der Bevorratung von Streusalz unabhängiger von externen Rahmenbedingungen macht und die Versorgungssicherheit sowie die Einsatzfähigkeit des Winterdienstes nachhaltig stärkt.

Das Grundstück ist grundsätzlich ein Gewerbegrundstück, die baurechtlichen Belange sind natürlich alle erfüllt worden – die Silos emittieren keinen Lärm, Gerüche oder machen Bewegungen. Das Aussehen haben wir auch diskutiert, von einer farblichen Beschichtung hat uns der Ersteller nachdrücklich abgeraten, da diese wegen der Ausführung in GFK wohl nie lange hält, das sähe dann schnell schäbig aus. Ohnehin wäre jedwede farbliche Gestaltung dem Geschmack und den individuellen Erwartungen unterworfen. Vielleicht entwickeln noch was hinsichtlich Beleuchtung oder einer anderen Gestaltung. Es werden jedoch noch zwei große Bäume außen auf die Ecke an der Kreuzung nachgepflanzt, die werden dann in ein paar Jahren einen Großteil der Silos sicherlich verdecken.“

Soweit die Stellungnahme der Stadtverwaltung. Alles richtig und da wird auch keiner widersprechen. Ein bleibt allerdings: Die Türme sehen grauenhaft aus und passen überhaupt nicht in das Bild von Baumberg. Hoffen wir halt einmal auf die beiden großen Bäume.

Fürs Spekulieren gibt es also genug Raum! Schreiben Sie doch einfach einmal Ihre Meinung an helmut(Unterstrich)heymann(at)gmx(Punkt)de. Herzlichen Dank.

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