Dr. Helmut Heymann: Neujahrsrede des BAB am 12. Januar 2020 im Baumberger Bürgerhaus

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde Baumbergs und des BAB,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserem heutigen mittlerweile traditionellen Neujahrsempfang. Er ist der 43. seiner Art. Ziel dieses Neujahrsempfangs ist es, miteinander zu plaudern und Ansichten über Baumberg, über Monheim, über lokalpolitische Themen, generell jedoch über alles, was Sie interessiert, auszutauschen. Tabuthemen gibt es dabei nicht.

Hierzu begrüße ich alle Baumberger und Monheimer, die heute Morgen wieder zahlreich ihren Weg ins Bürgerhaus und zum BAB gefunden haben, noch einmal herzlich. Schön, dass so viele hier sind. Mein besonderer Gruß gilt dem ersten Bürger der Stadt Monheim, Daniel Zimmermann. Lieber Daniel, danke, dass Du auch heute hier bist, wie schon in den Vorjahren, und zu uns sprechen wirst. Daneben gilt mein Gruß dem Ehrenvorsitzenden des BAB, Herrn Dr. Dieter Stratmann. Lieber Dieter, schön, dass Du wieder dabei bist. Sei herzlich willkommen.

Bevor wir jetzt richtig loslegen, pflegen wir erst einmal einem schon liebgewordenen Brauch und empfangen auch heute Morgen die Sternsinger der Pfarre St. Dionysius mit einem kräftigen Applaus. Sie sammeln wie immer für einen guten Zweck. Diesmal für den Libanon und die dort von Krieg und Brutalität geknechteten Menschen.

Meine Damen und Herren, ich selbst habe heute die Ehre, zum 28. Mal dieBAB-Rede halten zu dürfen. So mutiert man, ohne dass man das so direkt merkt, selbst zum fossilen und auslaufenden Traditionssubjekt heran. Da ich jedoch im Kopf klar und jung geblieben bin, kann ich das noch ganz gut vertragen. Das umso mehr, als es Personen gibt, die wesentlich älter sind und immer noch beachtete Reden halten. So habe ich kürzlich gelesen, dass Elisabeth II., die Queen, ihre 67. Rede zur Eröffnung des britischen Unterhausesgehalten hat. Und das mit 93 Jahren. Sollte mir dieser Schicksalsschlag nicht erspart bleiben, dann stehe ich hier vor Ihnen noch im Jahre 2050 mit immerhin dann mit 98 Jahren, wahrscheinlich auf einem Rollator sitzend.

Wie wird die Zeit wohl vergehen von 2020 bis 2050? Gönnen wir uns doch einmal eine nicht ganz ernst gemeinte Prognose, die genauso falsch wie richtig sein kann. Ein visionärer Ausblick sozusagen.

  • 2025: Die Senioren stellen die mit Abstand stärkste Wählergruppe in Monheim und erringen zunehmende Wahlerfolge.
  • 2030: Die PETO verliert die absolute Mehrheit und stellt nicht mehr die stärkste Partei. Daniel Zimermann bleibt jedoch Bürgermeister in Monheim in Koalition mit einer anderen Partei.
  • 2035: Daniel Zimmermann nicht mehr Bürgermeister in Monheim. Die PETO erleidet dramatische Verluste. Die Senioren sind weiterhin auf dem Vormarsch. Die Wiederaufstieg der traditionellen Parteien setzt sich fort.
  • 2040: Daniel Zimmermann gründet die MSP, die Monheimer Seniorenpartei und gibt das neue Motto heraus: Monheim, die Hauptstadt der Senioren. Die heutigen PETO-Mitglieder sind alle um die 60 Jahre alt. Damit im Seniorenalter.
  • 2045: Daniel Zimmermann entwirft das sog. Monheimer Manifest für die inzwischen landesweit agierende MSP.
  • 2050: Die MSP ist mittlerweile die stärkste Partei im Monheimer Rathaus. Daniel Zimmermann mit 120 Prozent der Stimmen erneut zum Bürgermeister in Monheim gewählt. Herzlichen Glückwunsch. Mir selbst gelingt es nicht, bei derJahreshauptversammlung des BAB mehr als 100 Prozent der Stimmen zubekommen.

Natürlich kann man diese Zeitspanne je nach Standpunkt auch deutlich verkürzen, zum Beispiel um 10 Jahre. Dadurch würde das Jahr 2030 mit seinen Eruptionen schon im Jahre 2020 geschehen.

Hören wir doch einmal kurz in das Monheimer Manifest, das den Titel trägt "auch Senioren das sind Menschen!" hinein:

  • Generell mehr öffentliche Toiletten und Bänke für Senioren!
  • Speziell für Baumberg: Endlich eine öffentliche Toilette auf dem Dorfplatz!
  • Mehr gedruckte Flyer und mehr schriftliche Informationen für Senioren!
  • Ein Senioren-Beauftragter für das Monheimer Rathaus!
  • Eine Tanzveranstaltung für Senioren im Baumberger Bürgerhaus!
  • Mehr Verständnis und Respekt für ältere Menschen!
  • Bessere Hege und Pflege der Friedhöfe in Monheim und Baumberg!
  • Mehr Wohnmöglichkeiten zu finanzierbaren Konditionen für Senioren!
  • Gründung einer Senioren-Universität in Monheim!
  • Seniorenhospiz in Monheim und Baumberg!
  • Statt Moki nun Mose! Monheim den Senioren!

So könnte es aussehen in Monheim in 20 bis 30 Jahren. Zwei Drittel der Ratsmitglieder sind Senioren, aus Jung wird Alt! So braucht es aber nicht auszusehen, in Monheim am Rhein. Es könnte auch so bleiben wie es ist. Das liegt alleine an unseren Wahlentscheidungen und der Regenerationsfähigkeit der PETO. Die nächste Wahl steht ja schon im Jahre 2020 an. Was aber auf keinen Fall so bleiben wird, das versichere ich Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gerne: Ich stehe im Jahre 2050 nicht mehr hier obenund rede zu Ihnen.

Zurück zur Gegenwart, dem Hier und Heute, dem Jetzt und dem Nun.

Meine Damen und Herren, das Jahr 2019 ähnelt landesweit und geopolitisch den Vorjahren, nicht einfach, noch komplizierter. Das deutsche Wirtschaftswachstum leidet sehr deutlich unter Handelsauseinandersetzungen, Protektionismen, aber auch der Brexit zeigt seine Wirkungen in Deutschland. Die Verunsicherungen nehmen zu, der Optimismus für die Zukunft beginnt zu schwinden, die politischen Irritationen nehmen zu. International die gleichen Schlagworte von Populismus und Nationalismus: Putin, Erdogan, Trump, Kim, Johnson und all die anderen Selbstdarsteller, Egomanen und Populisten. Hinzu kommen Greta und die neuen Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt, Ökologie und Klima. Auch Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit sind nicht zu übersehen. Auch in Deutschland nicht!

Wie schaut es in Monheim und Baumberg aus? Vereinfacht gesagt: Hier geht es überwiegend positiv weiter wie in den Vorjahren, so auch in 2019:

  • Die Einnahmen sprudeln munter weiter. Die Ansprüche steigen jedoch, teils noch mehr als die Gelder fließen.
  • Die Stadt prosperiert weiter. Investiert wird wie nie zuvor. In die Infrastruktur, in die Bildung, in die Kultur und in die Zahl der öffentlich Beschäftigten. Die Schulden der Tochterunternehmen steigen leider auch.
  • Monheim geht es gut, die Stadt entwickelt sich lebendig und dynamisch, die Stadt ist zunehmend lukrativ und attraktiv.
  • Und politisch? Eigentlich auch nichts Neues. Die PETO regiert mit absoluter Mehrheit und keine abweichende Meinung Anderer akzeptierend. Die Ratssitzungen werden immer langweiliger und ätzender. Meist nach dem Motto: Die PETO ist dafür, die anderen Parteien enthalten sich oder sind dagegen. Und Daniel Zimmermann fasst staatsmännisch zusammen: „Der Ratder Stadt Monheim hat mit seiner Mehrheit beschlossen, dass ….!“ Mit einem Demokratieverständnis, wie es uns die alten Griechen schon gelehrt haben, immer ergebnisoffen und möglichst viele integrativ mitzunehmen, die beste Lösung für das Gemeinwesen zu suchen, hat das wenig zu tun! Auch Mehrheiten sind dazu aufgerufen, ein politisches Leben mit Respekt, Akzeptanz und Integration der Vielen zu gestalten. Viele wissen oft mehr, haben mehr Ideen als einige Wenige. Diese zu nutzen ist auch Teil der Demokratie und des Wählerauftrages.

2019 war auch ein gutes Jahr für Baumberg! Erwähnen will ich nur das neue Fischereimuseum am Ende der Klappertorstraße in unmittelbarere Nähe des Rheinufers, die Sanierungen der Sandstraße und der Straße am Sportplatz, wobei hier die hohen Umlagen auf die Anwohner wohl ein ernstes Ärgernis darstellen, zumal die Nachbarstadt Langenfeld deutlich weniger auf die Anwohner abwälzt. Sicherlich auch sehr positiv die geplante Realisierung der Holzweg-Passage im nächsten Jahr, wobei es schon eine besondere Leistung ist, hunderte von Eigentümern unter einen Hut zu bekommen. Abschließend, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die Investitionen in das Bürgerhaus: Neue Toiletten, neue Lichtanlage, neue Bühne. Nur eine Anmerkung zu den neuen Toiletten. Im hinteren Teil des Bürgerhauses gibt es auch noch eine Toilette, die wirklich schlimm aussieht. Es wäre wirklich sehr schön gewesen, wenn man diese gleich mit saniert hätte. Hat man leider nicht getan. Vielleicht kann das ja noch nachholen.

Jetzt noch ein paar Themen, die man sicherlich hätte optimieren können, die zum Teil noch offen sind, über die in Baumberg heiß diskutiert wird:

  • Ich beginne mit dem Baumberger Friedhof. Eine Dame aus Baumberg spendet für den Neubau der mittlerweile in die Jahre gekommenen Friedhofskapelle eine Summe von 850.000 Euro. Eine wirklich ehrenwerte und bemerkenswerte Summe, die unser aller Applaus verdient hat. Die Stadt erhöht diesen Betrag für den Neubau der Toilettenanlagen und für weitere Maßnahmen. Auch sehr löblich und positiv hervorzuheben. Die Architekten-Zeichnung der neuen Kapelle, so wie sie schon vor einiger Zeit durch die Presse ging, hat in Baumberg allerdings, salopp gesprochen, kaum einen vom Hocker gehauen. Sie ist doch sehr wuchtig und wirkt dominant. Auch von der sonst bei öffentlichen Bauvorhaben üblichen Vorabinformation der Bevölkerung und der Präsentation mehrerer Alternativ-Vorschlägen hat man wenig bis nichts gehört. Oder? Dann der Höhepunkt! Die alte Kapelle wird abgerissen, ein Bauunternehmen zur Errichtung der neuen Kapelle existiert noch nicht. Die erste Ausschreibung hat keine Ergebnisse gebracht. Jetzt muss zum zweiten Mal ausgeschrieben werden. Schwer nachvollziehbar, auch wenn der Markt sehr angespannt ist. Da fragt sich der mitdenkende Bürger: Warum sucht man nicht erst das Bauunternehmen und reißt dann die Kapelle ab? Leider ist ein ähnliches Thema an der katholische Kirche St. Dionysius zu sehen: Schon vor Monaten wurde abgerissen, der Neubau hat bisher noch nicht begonnen, die ersten Erdarbeiten jedoch schon. Beim Baumberger Friedhof kommt erschwerend hinzu, dass die bisherige Toilettenanlage abgerissen wird, ohne entsprechenden Ersatz rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Wahrlich kein Ruhmesblatt der Planungsverantwortlichen.
  • Ich komme jetzt zu den neu errichteten Häusern am Rhein oberhalb des neuen Fischereimuseums. Ein städtisches Projekt, dass kaum ins Umfeld passt. Inzwischen wird wohl alles genehmigt, was eine Tür und mehr als zwei Fenster hat, Hauptsache eine Verdichtung der Wohnbebauung findet statt. Die Hälfte steht im Rohbau, die andere Hälfte ist bereits verputzt, bezogen ist wohl noch keines der Häuser. Voraussetzung für die Genehmigung ist der Bau einer Tiefgarage, was sicherlich auch notwendig ist, sollte nicht der Parkplatz des Fischereimuseums hierfür missbraucht werden. Der interessierte Bürger stellti n diesem Zusammenhang natürlich die Frage: Was tut die Stadtverwaltung in dieser Angelegenheit? Lässt sie die Häuser wieder abreißen, wenn die Vorbedingung zur Genehmigung nicht gegeben ist oder gibt sie klein bei? Warum lässt man denn nicht zuerst die Tiefgarage bauen und dann die Wohnhäuser? In Baumberg glaubt mittleweile kaum noch jemand an die Errichtung dieser Tiefgarage.
  • Ich spreche jetzt kurz das Thema des Neubaus der Baumberger Feuerwehr an. Entschieden ist: das jetzige Gebäude wird abgerissen, ein neues wird dort gebaut. Sicherlich eine vernünftige und richtige Entscheidung. Vor einiger Zeit schon wurde hierzu eine gut besuchte Informationsveranstaltung im Baumberger Bürgerhaus durchgeführt. Dies zu einem sehr frühen Stadium, wo die offiziellen Planungsunterlagen noch nicht existierten. Ich begrüße diesen frühen Zeitpunkt der Bürgerinformation sehr. Gezeigt wurde hier eine nicht offizielle, nicht finale Zeichnung, die eigentlich keinen beunruhigt hat, ganz im Gegenteil: Das sah alles vernünftig aus! Selbst der Bürgerbrunnen war noch zusehen. Was jetzt durch Baumberg geht, ist folgendes: Die beiden Grundstücke direkt hinter der Feuerwehr, die die Stadt gekauft hat, werden nicht für den Neubau der Feuerwehr verwendet, sondern für die Errichtung privater Investitionen benutzt. Also weiter mit der Wohnfeldverdichtung. Die neue Feuerwehr hat ein Untergeschoss für die Feuerwehr-Autos mit einer sich an diesen orientierenden Höhe von vier bis fünf Metern. Und darauf dann mehrere Stockwerke. Ob das Gebäude unterkellert wird oder nicht, ist noch nicht absehbar. Wenn das so kommt, im schlimmsten Fall ohne Keller, entsteht hier ein Kasten oder Klotz, der funktional sicherlich allen Anforderungen entspricht, der jedoch überhaupt nicht in das Umfeld eines in dieser Gegend noch weitgehend dörflich strukturierten Bildes passt. Einmal davon abgesehen, dass der bisherige Standort des BAB-Bürgerbrunnens wohl entfallen dürfte. Da fragt sich der mündige Bürger: Muss das so sein? Auf jeden Fall hat er den Wunsch, das man über eine Unterkellerung nachdenkt.
  •  Nun kurz zur Schuldenthematik, die so langsam ins Bewusstsein der Menschen dringt. Nach wie vor gilt, dass die Stadt Monheim schuldenfrei ist. Nicht jedoch deren Töchter. Die Bürger unterscheiden in ihrer Wahrnehmung jedoch nicht zwischen der Stadt Monheim und deren Tochterunternehmen. Für sie ist alles Monheim! Mittlerweile gibt es 12 oder 15 GmbHs. So genau weiß das kaum noch einer. Sie sprießen wir die Pilze aus dem Boden. Dabei entspricht eine Zergliederung einzelner Organisationen gar nicht mehr der aktuellen Lehre von Organisationsentwicklung. Zu viele Doppelarbeiten, zu großer Koordinierungsaufwand, zu wenig Transparenz, zu hohe Kosten. Dies umso mehr, als man im städtischen Organigramm ein eigenständiges Beteiligungscontrolling nicht findet. Nun unterstelle ich einmal, dass die Stadt keine 12 oder 15 GmbHs gegründet hat, um damit eine ganze Reihe zusätzlicher Geschäftsführer-Positionen zu schaffen. In der Privatwirtschaft gliedert man Organisationseinheiten in Form einer GmbH heute fast nur noch aus, wenn man die Absicht hat, diese in Zukunft einmal verkaufen zu wollen. Das allerdings sprengt selbst meine Vorstellkraft, mir das für die Stadt Monheim vorzustellen. Was bleibt als Motiv übrig? Dann sind wir schon bei den finanziellen Transaktionen. Und der Verschuldungsfrage. Die Gesamtverschuldung all dieser GmbHs, wohlgemerkt nicht die Zahlenwerke der Stadt Monheim, erreicht Ende des Jahres 2020 die astronomische Summe von über 200 Millionen Euro. Für wahr: Ein Wort zum Sonntag! Hier erwarten die Bürger einfach mehr an Information, Aufklärung und Transparenz. Was sind die Risiken der Zukunft. Was machen wir, wenn die Steuern einmal nicht mehr so sprudeln sollten oder neue, bisher unbekannte Projekte angegangen werden? Was ist zu tun, wenn die Bürger Monheims stärker als in der Vergangenheit mit eigenen Ideen und Vorschlägen kommen? Die kosten natürlich auch Geld.
  • Ich spreche jetzt ein Thema an, dass vor kurzem in einem Artikel der Rheinischen Post behandelt wurde. Auch in Baumberg ist das Thema schon Gesprächsstoff. Ich meine den früheren Groka- und jetzigen REWE-Standort am Sportplatz in Baumberg. Da scheint der Eigentümer kräftig investieren zu wollen, möchte wohl modernisieren, umstrukturieren und vergrößern. Eigentlich toll, wenn investive, private Gelder in diesen Standort fließen. Das ist doch zum Wohle der Baumberger Bevölkerung. Dennoch scheint es hier Probleme zu geben. Gerüchteweise zwischen dem investitionswilligen Eigentümer und der Stadt Monheim. Das Gerücht sagt, die Stadt möchte die Erweiterung verhindern und hätte an diesem Standort lieber eine Wohnbebauung. Was ist nun Gerücht und wie sieht es wirklich aus? Was ich von vielen Menschen in Baumberg höre, ist eindeutig. Die Menschen wollen diesen Standort für einen Discounter erhalten, sie fänden es toll, wenn hier investiert wird in eine Modernisierung und Erweiterung des gesamten Angebots. Nicht jeder hat ein Auto und kann zu alternativen Standorten fahren.
  • Ich komme jetzt auf ein letztes, in der Öffentlichkeit durchaus kritisch gesehenes Thema. Ich meine den vom Ausschuss für Generationen, Kultur und Soziales, kurz GeKuSo, mehrheitlich beschlossenen Senioren-Flyer „Älterwerden in Monheim am Rhein“. Die Rheinische Post hat hierüber ausführlich berichtet. Ich zitiere: „Der Generationenausschuss hat zwar eine Mehrheit für den Druck gefunden, aber Bürgermeister Daniel Zimmermann (PETO) hat gleich angekündigt, dass er diesen Beschluss im Rat, wo die PETO die Mehrheit hat, zurückholen und die Haushaltsstelle streichen lassen will. Er und damit auch die PETO empfinden eine solche Broschüre als unzeitgemäß!“ Da fällt dem aufgeklärten Bürger doch nur der Satz des französischen Königs Ludwig 14, ein, der als Ausdruck seines absolutistischen Stils einmal sagte „L’Etat, c‘est moi, der Staat bin ich“. Druckmedien, so die Hauptargumentation, seien unmodern – dabei sagen die letzten Statistiken doch, das in Deutschland wieder mehr Bücher gelesen werden, auch von jungen Menschen. Das ist für den mitdenkenden Bürger alles schwer zu verstehen. Im Rahmen des Moki-Projektes erhalten junge Mütter wohl auch ein gedrucktes Produkt mit den wichtigsten Anlaufstellen. Warum denn da und nicht hier? Kaum nachvollziehbar, warum man aus diesem Thema so ein grundsätzliches Thema macht. Ein altes rheinisches Sprichwort sagt: Man muss och jünne künne! Davon spürt man bei diesem Thema nicht das Geringste. Ist es die Arroganz oder die Ignoranz oder die nicht mehr vorhandene Sensibilität einer Partei, die die Bedürfnisse der Seniorengruppe in Monheim und Baumberg einfach nicht mehr kennt oder missachtet.
  • Noch ein paar Bemerkungen zum Thema „Kunst in Monheim“. Die Stadt ist hier in den letzten Jahren sehr aktiv geworden. Ich selbst, aber auch viele Bürger begrüßen das sehr. Auf sämtliche Themen hier einzugehen sprengt natürlich jeden Neujahrsempfang. Deshalb nur kurz: Wird die Eröffnung des hinlänglich diskutierten Geysirs sicherlich das mediale Großereignis in diesem Jahr werden, so steht in 2019 die Lüpertz-Leda im Mittelpunkt. Sie ist sicherlich ein Kunstwerk, keine Frage, keine Diskussion. Streiten kann man natürlich darüber, ob man die Leda mag oder nicht. Das ist dann natürlich sehr subjektiv. Jedoch bitte überlegen:
    • Die Leda ist attraktiv, zieht viele Leute an und macht Monheim noch bekannter.
    • Die Leda reizt zur Diskussion und bringt das Thema Kunst in das Bewusstsein vieler Leute.
    • Die Leda wird wahrscheinlich ihren unmittelbaren Eingang in die Wagenbauergruppen der karnevalistischen Umzüge in Monheim und Baumberg finden. Insofern ist sie selbst wiederum kulturbildend. Was ich vielleicht an der Leda verändern würde, ist, dass die Leda mit ihrem Kopf in die falsche Richtung zeigt – nach Monheim und nicht nach Baumberg. Schade!

Meine sehr geehrten Damen und Herren, in diesem Jahr sind die Kommunalwahlen auch in Monheim. Meine Wünsche an alle Parteien sind sehr einfach:

  • Verschonen Sie uns bitte mit einer Unzahl von Plakaten schon Monate vor der Wahl. Nicht der, der die größten und schönsten Plakate hat, gewinnt die Wahl, sondern derjenige mit den besseren Argumenten und der besseren Vermittlung seiner Ideen.
  • Gehen Sie bitte sowohl in der Wortwahl als auch im Stil vernünftig und fair miteinander um. Nicht der, der am lautesten schreit, am aggressivsten attackiert, gewinnt, sondern derjenige, der den Anderen respektvoll als Menschin der Diskussion behandelt.

Das zu meinen Wünschen. Hinweisen möchte ich noch auf den Informationstisch des BAB in der Nähe des Eingangs. Hier finden Sie einige Informationen, wie zum Beispiel den Baumberg Kalender 2020 oder auch die Vereine-Übersicht. Der BAB kooperiert sehr gut mit der Monheimer Bürgerstiftung „Minsche vür Minsche“. Deshalb finden Sie auf dem Informationstisch auch die vier von der Bürgersstiftung bisher herausgegebenen Pixie-Büchlein über Monheim und Baumberg.

So verbleibt mir nur noch, Ihnen allen ein gutes Neues Jahr zu wünschen. 2020 wird wiederum kein einfaches Jahr werden. Wünschen wir das Beste. Bleiben Sie gesund und munter, bleiben Sie auch in diesem Jahr dem BAB und Baumberg verbunden.

Ihr Helmut Heymann

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